das „Trial“

Allgemeines

Die folgenden, sehr kurzen Beschreibungen über das grundlegende System der Trials sollen dem Besucher helfen, den Ablauf eines solchen Wettbewerbs zu verstehen.
Für jeden Durchlauf ist eine Zeitbegrenzung gesetzt. Die einzelnen Aufgaben variieren in den Klassen:
Klasse 1: Anfänger (Trialregeln)
Klasse 2: Fortgeschrittene (Trialregeln)
Klasse 3: Offene Klasse
Die Parcoursgestaltung richtet sich nach dem jeweiligen Gelände.
Der Lauf ist in Abschnitte unterteilt, wobei jedem eine bestimmte Punktzahl zugeordnet ist.
Außer bei Outrun und Lift werden die Spurabweichungen der Schafe von der gedachten Linie mit Punktabzügen geahndet, beim Outrun wird die Art und Weise des Hundes, zu den Schafen zu gelangen, bewertet. Der Richter muß dabei alles in Betracht ziehen, z.B. das Verhalten der Schafe und ihre Reaktionen auf das Umfeld; er muß die Schafe und den Hund beurteilen und erkennen, wem Fehler anzulasten sind.
Der Richter entscheidet über Punktabzug oder Disqualifikation, wenn ein Hund schnappt oder sogar ein Schaf greift. Ein Biß kann ungerechtfertigt sein, wenn z.B. das Temperament mit dem Hund durchging.
Der Hund sollte die Schafe vom ersten Augenblick an, wenn er sie in Bewegung bringt, unter Kontrolle haben: streng, aber ohne sie zu ängstigen. Diese Methode der ruhigen, souveränen Arbeitsweise ist dem Border Collie eigen, dem einen mehr, dem anderen weniger, und der Zuschauer wird sehr bald herausfinden, welcher Hund mit dieser ausstrahlenden Gabe gesegnet ist, auf die Schafe Ruhe und Sicherheit zu übertragen.
Wenn die Schafe sich gut treiben lassen und sie die Hindernisse des Parcours erfolgreich passieren, heißt das nicht unbedingt, daß die volle Punktzahl angerechnet wird. Dies hängt davon ab, ob von einem Tor zum anderen eine gerade Linie gewahrt wurde. Ein Abweichen von dieser geraden Linie wird bestraft. Die Schafe sollen in ruhiger, gleichmäßiger Weise über den Parcours getrieben werden. Anhalten oder Fortlaufen, sowie zu hastige oder schlampige Arbeit des Hundes kosten Punkte.
Unbedingter Gehorsam und gute Ausbildung sind für präzise Arbeit auf dem Parcours notwendig. Das Mißachten von Befehlen oder ein übermäßiges Korrigieren durch den Hundeführer bedeuten Punktabzug.
Zur Schonung der Schafe erhält jeder Teilnehmer neue Tiere. Schafe, die den Anforderungen des Wettkampfes nicht gewachsen sind, werden markiert, aussortiert und am nächsten Wettkampftag nicht mehr eingesetzt.


Die einzelnen „Stationen“ des Parcours – beschrieben für die offene Klasse (Klasse III)

Der Outrun – Hinauslaufen zum Einholen der Schafe

Der Handler (Hundeführer) stellt sich mit seinem Hund an den dafür bestimmten Pfosten und wartet auf die Freigabe der Schafe am anderen Ende des Parcours.
Sind die Schafe fertig zur Freigabe, schickt er seinen Hund rechts oder links im großen Bogen hinaus bis hinter die Schafe. Dort verhält der Hund in gutem Abstand zu den Tieren, ohne sie zu beunruhigen, und wartet auf das nächste Kommando.
Der Outrun des Hundes soll möglichst weit sein, um gut hinter die Schafe zu kommen, ohne sie aufzuregen. Der Hund soll den Schafen aber die Möglichkeit nehmen, zum Pferch zurück zu laufen, in welchem sich der Rest der Herde befindet.
Punkte werden abgezogen, wenn der Hund zu eng um die Schafe herum oder aber geradewegs auf sie zuläuft, und auch, wenn der Bogen zu weit gelaufen wird. Beginnt der Hund seinen Hinauslauf auf der linken Seite, kreuzt dann vor den Schafen auf die rechte Seite, gilt auch das als schwerer Fehler. Der perfekte Outrun bedarf nur eines Kommandos. Wird der Hund durch zusätzliche Befehle dirigiert, werden Punkte abgezogen. Das Gleiche gilt auch für ein zu frühes Anvisieren der Schafe und Anhalten des Hundes. Ein Weiterlaufen an den Schafen vorbei und ein mehrfaches Zurückbefehlen bedeuten ebenfalls Punktabzüge.


Der Lift- das Aufnehmen und ln-Bewegung-Setzen der Schafe

Ist der Hund in gutem Abstand direkt hinter den Schafen angekommen,verhält er dort stehend oder liegend und läßt die Schafe seine Gegenwart wahrnehmen. Dann geht der Hund unbeirrt und in gleichmäßig ruhigem Tempo auf die Schafe zu, damit sie sich langsam in möglichst gerader Linie über den Parcours zum Handler hin bewegen.
Diese Aufgabe ist sehr wichtig. Der ganze Lauf kann durch zu rasches Annähern des Hundes an die Schafe verdorben werden. Schafe sind sehr feinfühlige Tiere und sie sehen ihre einzige Rettung vor Gefahr in der Flucht.
Ein langsamer, zögernder, oder auch ein zu abrupter Lift, zu viele Aufforderungen, die Schafe in Bewegung zu setzen, werden vom Richter abgewertet.


Der Fetch – das Holen der Schafe zum Handler

Der Hund soll die Schafe auf einer möglichst geraden Linie durch das Einholtor (Fetchgate) zum Handler bringen.
Jede Abweichung von der geraden Linie beim Holen, jedes abtrünnige Schaf, das den Durchgang durch das Einholtor verpaßt, bedeutet Punktverluste. Je weiter die Schafe bei dieser Aufgabe von der erwünschten geraden und schmalen Linie abweichen, um so größer wird der Verlust der Punkte.
Hat der Hund die Schafe zum Handler gebracht, muß er sie möglichst geschlossen um den Handler herumtreiben. Ein zu weites, wie auch ein zu enges Herumtreiben, das die Schafe vor den Handler in den Parcours laufen läßt, ist nicht Ziel der Aufgabe.


Der Drive – das Treiben vom Handler weg

Der Hund soll die Schafe vom Handler weg zum ersten Treibtor (Drivegate), durch dieses hindurch, quer über den Parcours durch das zweite Treibtor und zurück zum Trennungsring treiben.
Wie beim Holen, so wird auch beim Weg- und Quertreiben über120 m bis durch jedes Tor eine gerade Linie und jeweils direkt dahinter eine knappe, saubere Wendung gewünscht. Eine gerade Linie soll auch vom zweiten Treibtor zurück in Richtung Handlerund zum Sortierring gewahrt bleiben.
Punkte gehen bei Fehlern, ähnlich wie beim „Fetch“, dem Holen der Schafe, verloren.


Der Shed – das Trennen der Schafe in 2 Gruppen

Die Schafe werden vom letzten Treibtor geradewegs zum markierten Trennungsring (Shedding ring) getrieben. Der Handler darfjetzt seinen Platz am Pfosten verlassen und muß mit Hilfe des Hundes eine vorher festgelegte Anzahl Schafe abtrennen.
Durch vorsichtigen Druck wird eine Lücke geschaffen. Hund und Handler (Hundeführer) stehen sich dabei an zwei Seitender Schafgruppe genau gegenüber. Dann ruft der Handler den Hund in die Lücke hinein. Mit einem Schritt in die Richtung der gewünschten Gruppe signalisiert er dem Hund, welche Gruppe er jetzt treiben soll.
Der Hund kontrolliert die abgetrennten Schafe. Damit beweist er seine Fähigkeit, einzelne Tiere von der Herde wegzunehmen und fortzutreiben, wenn das bei der täglichen Arbeit oder in einem Notfall notwendig werden sollte.
Das Trennen geschieht innerhalb des Ringes. Bewegen sich die Tiere während des Trennvorganges außerhalb des Ringes, gehen Punkte verloren.
Erst, wenn der Trennvorgang vorbei ist, können auch die zurückgelassenen Schafe den Ring verlassen.
Punkte werden abgezogen:
– wenn der Handler die Trennung mehr oder weniger alleine vollzieht
– wenn er eine gute Gelegenheit zum Trennen verpaßt
– wenn der Hund das Kommando, für den Trennvorgang zwischen die Schafe zu kommen, nicht befolgt, oder,
– wenn er die abgetrennten Schafe nicht kontrollieren kann.
Nach dem Trennen soll der Hund die Schafe wieder im Ring versammeln und innerhalb des Ringes halten, bis der Handler zum Pferch gegangen ist und ein weiteres Kommando gegeben hat.


Der Pen – das Einpferchen

Sobald der Handler den am Pferchtor (Pen) befestigten zwei Meter langen Strick in die Hand genommen hat, darf er ihn bis zum Abschluß des Einpferchens nicht mehr loslassen.
Er öffnet das Tor und gibt dem Hund den Befehl, die Schafe zum Pferch zu treiben.
Beim Einpferchen soll der Hund die Arbeit leisten, doch der Handler darf ihm dabei assistieren, ohne die Schafe zu berühren.
Das Tor wird nach dem Einpferchen geschlossen.


Das Single – das Abtrennen eines einzelnen Schafes

Die Schafe werden aus dem Pferch zurück in den Shedding Ring getrieben. Der Handler muß jetzt mit Hilfe des Hundes ein einzelnes Schaf abtrennen.
Die Vorgehensweise entspricht dem Shedding.
Das Trennen geschieht innerhalb des Ringes. Bewegen sich die Tiere während des Trennvorganges außerhalb des Ringes, gehen Punkte verloren.
Erst, wenn der Trennvorgang vorbei ist, können auch die zurückgelassenen Schafe den Ring verlassen.
Punkte werden abgezogen:
– wenn der Handler die Trennung mehr oder weniger alleine vollzieht
– wenn er eine gute Gelegenheit zum Trennen verpaßt
– wenn der Hund das Kommando, für den Trennvorgang zwischen die Schafe zu kommen, nicht befolgt, oder,
– wenn er das abgetrennte Schaf nicht kontrollieren kann.
Mit dem Abtrennen und der deutlichen Kontrolle des einzelnen Schafes durch den Hund ist der Lauf beendet.